Die
Entwicklung in dieser Zone verlief nun anders als in den westlichen
Besatzungszonen, aber die Arbeit für die Feuerwehr blieb im wesentlichen
die gleiche. 1947 übernahm Kamerad Fritz Bamberg die Leitung der Wehr
von seinem Vorgänger Franz Bauermeister. Kamerad Bamberg leitete unsere
Feuerwehr bis zum Jahre 1968. Er war bis heute der am längsten in
diesem Amt tätige Kamerad.
Mit der Gründung der DDR im Jahre 1949 entstand auch eine andere Struktur
der Feuerwehr in diesem Land. Es war nicht mehr alleinige Sache der
Stadt eine Feuerwehr auszurüsten und zu erhalten. In den Kreisstädten
wurde je eine Abteilung Feuerwehr gebildet, welche der Abteilung Feuerwehr
des Bezirkes untergeordnet waren. Diese waren wiederum der Hauptabteilung
Feuerwehr in Berlin unterstellt. Zentralistisch wurde entschieden,
was welche Feuerwehr zu tun hatte und wie die Ausrüstung an Fahrzeugen
und Geräten auszusehen hatte. Die Feuerwehr wurde dem Ministerium
des Innern unterstellt und hatte auch Aufgaben im Rahmen der Landesverteidigung
zu erfüllen. Diese Aufgaben waren Sache der Brandschutzeinheiten,
wovon auch eine in unserer Feuerwehr gebildet werden musste.
Im Jahre 1954 konnten die Kameraden unserer Wehr für das neue Gerätehaus,
am Schloßberg, Richtfest feiern. Es war ihnen gelungen im Nationalen
Aufbauwerk, wie man es damals nannte, mit viel Schweiß aber auch Freude,
ein Gerätehaus mit zwei Garagen, einem Schlauchturm und sogar einer
kleinen Vierzimmerwohnung im Obergeschoß, zu errichten. Ende
der 50er Jahre wurde dann schließlich für die Kameraden, hinter diesem
Gerätehaus, ein Schulungsraum angebaut.
Anfang der 60 er Jahre wurde nun das alte Magirus-Löschfahrzeug durch
ein modernes, vom Typ "Garant 25", abgelöst. Dazu gehörig
war ein Schlauchtransportanhänger, welcher über ein Schlauchmaterial
von 400 m B-Schläuche verfügte. Es wurden auch Tragkraftspritzenanhänger
für die Wehr der Stadt und für jeden Ortsteil zur Verfügung gestellt.
Die Zugfahrzeuge in den Ortsteilen dazu mussten die ortsansässigen
Betriebe stellen.
Ende der 70er Jahre wurden nun die bereits erwähnten Brandschutzeinheiten
gebildet und für Harzgerode wurde in diesem Rahmen ein neues Löschfahrzeug
vom Typ "Robur" vorgesehen. Doch es gab ein Problem. Das
Fahrzeug war zu hoch und passte nicht in die Garage des Gerätehauses,
welches ohnehin zu klein wurde. Um dieses Problem zu lösen, wurde
nun durch den Rat der Stadt Harzgerode ein Anbau mit drei großen Garagen
an das bestehende Gerätehaus beschlossen.
Im Jahre 1978 begannen die Kameraden unserer Wehr mit den Vorbereitungsarbeiten
für den Anbau. Der Schulungsraum wurde weggerissen und die damalige
PGH Maurer konnte mit dem Bau beginnen. Fertig gestellt und übergeben
wurde der neue Anbau 1982 durch den damaligen Bürgermeister
Manfred Diwinski. Die Wehr verfügte nun über drei große und zwei kleine
Garagen sowie einem großem Schulungsraum, ein Wehrleiterzimmer, eine
Bekleidungskammer und eine Toilettenanlage. Großen Anteil am Zustandekommen
dieses Bauvorhabens hatte unser damaliger Wehrleiter, der Kamerad
Hilmar Wölfer, der seit 1978 die Wehr führte. Er hatte sein Amt vom
Kameraden Walter Beck, welcher seit 1968 Wehrleiter war, übernommen.
Leider trat Kamerad Wölfer im September 1993 aus persönlichen Gründen
von seiner Funktion zurück, was alle Kameraden unserer Wehr bedauerten.
Am 10. März 1994 wurde Kamerad Wölfer, auf Antrag der Kameraden der
Wehr, durch Beschluß der Stadtverordnetenversammlung, zum Ehrenstadtbrandmeister
ernannt.
Aber nicht nur in der Stadt Harzgerode existierte eine Feuerwehr.
Im Ortsteil Mägdesprung wurde 1924 eine Wehr gegründet und die Kameraden
versehen bis zum heutigen Tag ihren aktiven Dienst. 1993 erhielt die
Feuerwehr Mägdesprung einen Barkas B 1000, welcher zum Kleinlöschfahrzeug
aufgebaut wurde. Im Jahr 2005 wurde für die Kameraden ein gebrauchtes
Kleinlöschfahrzeug auf VW Transporter beschafft, da der Barkas aufgrund
technischer Mängel außer Dienst gestellt werden musste. In Alexisbad,
dem jüngsten Ortsteil der Stadt, wurde 1947 ein Löschzug aufgestellt.
Dieser Zug verfügte ab 1992 über ein Kleinlöschfahrzeug. Der Zug in
Alexisbad musste durch Mitgliedermangel im Jahre 1995 leider geschlossen
werden.
Leider ist in Silberhütte, wo bereits 1929 eine Wehr aufgestellt wurde,
diese 1993 ebenfalls zusammengebrochen. Der größte Ortsteil unserer
Stadt verfügt leider nicht mehr über aktive Feuerwehrkameraden und
das in den 50er Jahren erbaute Gerätehaus steht verlassen. Auch der
Versuch eine Zusammenarbeit mit den Harzer Holzwerk Rinkemühle GmbH
aufzubauen, schlug leider fehl. Dieses Unternehmen wurde im Jahr 2000
leider auch geschlossen.
Große Bedeutung hatte in unserer Wehr immer die Arbeit mit der Jugend.
Eine Jugendgruppe wurde erstmals in den 50er Jahren gebildet. Mitte
der 60er Jahre ging daraus die Arbeitsgemeinschaft "Junge Brandschutzhelfer"
hervor. Die AG wurde damals durch die Schule unterstützt, was aber
nach der politischen Wende nicht mehr der Fall war. 1991 wurde die
"Jugendfeuerwehr" ins Leben gerufen. In ihr können nun 10
bis 16 jährige mit Interesse für die Feuerwehr, sich Grundbegriffe
aneignen. Diese können dann, mit Vollendung ihres 16. Lebensjahr,
in die aktive Wehr übernommen werden. Seit 1965 bestehen zwei Frauengruppen,
welche bis 1989 ihre Arbeit hauptsächlich im vorbeugenden Brandschutz
taten.
Die ersten Frauen waren damals Gertrud Schneidewind und Erika Müller.
Diese sind heute noch Mitglieder der Feuerwehr. Leider ist durch den
Wegfall des vorbeugenden Brandschutzes ein wesentlicher Teil ihrer
Arbeit nichtig geworden. Doch wir möchten nicht auf unsere Kameradinnen
verzichten.